Aktuelles aus Kuba
Leserbriefe in der GRANMA
Seit einigen Wochen dürfen sich in der Lektüre des kubanischen Parteiorgans „ Granma“ die Leser zu Wort melden. In jeder Freitagsausgabe werden – teilweise auch durchaus kritische - Leserbriefe abgedruckt. Die Leser werden jedoch nicht namentlich erwähnt, sondern nur mit ihren Initialen genannt.
Der frische Wind in den Medien und die neue Konsumfreiheit zeigen, dass auf Kuba unter Raul Castro einiges in Bewegung geraten ist. Die Vorgabe des langjährigen Verteidigungsministers, heißt ‚Mehr Effizienz‘ und spiegelt sich nun auch in den Medien wieder.
Einheitslohn
Am 14. Juni feierten die Kubaner nicht nur den 80. Geburtstag des 1967 getöteten Revolutionärs Che Guevara, sondern auch die Ankündigung, dass der kommunistische Einheitslohns abgeschafft wird. Diese Veränderung wäre die folgenreichste Reform von Präsident Raul Castro seit dem Rückzug seines älteren Bruders aus den Regierungsgeschäften.
Die Arbeiter in den Staatsbetrieben - also die überwältigende Mehrheit – würde dann je nach Leistung (produzierten Menge, bzw. Qualität ihrer Dienstleistungen) unterschiedliche Löhne erhalten.
Aufhebung der Sanktionen
Die Außenminister der EU haben sich am Rande des EU-Gipfels am 22. Juni in Brüssel über die Aufhebung der Sanktionen gegen Kuba geeinigt. Die Sanktionen waren seit 2005 ausgesetzt worden.
Vor allem Spanien hatte die vollständige Aufhebung des Embargos gefordert, da es nach dem krankheitsbedingten Rückzug Fidel Castros aus der Staatsführung Anzeichen für eine Liberalisierung gebe. Raúl Castro hatte Ende Februar sein Amt als Präsident angetreten und seitdem eine Reihe von Reformen eingeleitet.
Die EU knüpft allerdings Bedingungen an diese Aufhebung und wird die Entscheidung nach einem Jahr überprüfen.
Abschied von der Libretta
Die »Libreta« - das kubanische Rationierungsheft gehörte Jahrzehntelang zum kubanischen Alltag. Es wurde am 12. März 1962 eingeführt, um die Artikel des täglichen Bedarfs gerechter und gleichmäßiger zu verteilen, die aufgrund des US-Handelsembargos knapper wurden. Nun ist das Aus für das Büchlein in Sicht. Kubas Wirtschaftsexperten fordern die Abschaffung und plädieren für differenzierte Fördersysteme.
Das Ende der »Libreta« könnte ein Auftakt für Änderungen in der Wirtschaftsstruktur sein. Laut Osvaldo Martínez, Präsident der Wirtschaftskommission des Parlaments, steht auf Kuba ebenfalls eine Währungsreform an, bei der man sich von der doppelten Währung verabschieden will.
Kuba kauft 8000 Busse in China – Nahverkehr besser geregelt
Nach dem Kauf von 8.000 Bussen erlebt das Transportwesen auf Kuba einen Umschwung. Nagelneu sind die modernen Busse aus China, mit denen die kubanische Regierung den Nahverkehr innerhalb der Hauptstadt jetzt effizienter steuern kann. Die Anschaffung der neuen Busse kommt auch der Umwelt zugute, es wird keine schwarzen Abgasfahnen mehr auf Havannas Straßen geben.
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